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„Weil die Richtung nicht egal ist.“

Der Freistaat Sachsen steht vor einer Deckungslücke von rund 2,9 Milliarden Euro im Doppelhaushalt 2027/2028. Die Junge Union Sachsen fordert: Keine neuen Schulden – stattdessen echte Einsparungen in Milliardenhöhe.

Die Lage in Sachsen ist ernst: Sinkende Einnahmen – trotzdem steigende Ausgaben

Sachsen steht vor einer der größten haushaltspolitischen Herausforderungen der letzten Jahre. Der Doppelhaushalt 2027/2028 wird derzeit in den Ministerien final vorbereitet und soll in den kommenden Monaten im Sächsischen Landtag verhandelt und beschlossen werden. Genau jetzt werden die Weichen für die kommenden zwei Jahre gestellt.

Die aktuellen Zahlen des Staatsministeriums der Finanzen zeigen eine Deckungslücke von rund 2,9 Milliarden Euro. Die Ministerien haben Ausgabenwünsche angemeldet, die deutlich über dem verfügbaren Haushaltsrahmen liegen. Gleichzeitig sinken die Einnahmen – sowohl konjunkturell als auch strukturell.

Der Sächsische Rechnungshof hat in seinen Jahresberichten 2025 erneut gewarnt: Die Verwaltung ist überdimensioniert, es existieren massive Ausgabereste und es fehlt an konsequenter Konsolidierung.

Ohne mutige Einsparungen droht eine erhebliche Neuverschuldung. Das wäre nicht nur ein finanzielles, sondern auch ein generationengerechtes Problem: Heutige Ausgaben würden auf Kosten kommender Generationen gehen.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, laut und deutlich Stimme zu erheben.

Zahlen aus der Haushaltslage

Was die Diagramme zeigen

Die folgenden Darstellungen führen die Finanzlage in einem zusammenhängenden Datenstrom fort: zuerst die konkrete Deckungslücke des Doppelhaushalts, anschließend die Zins- und Schuldenentwicklung sowie die Fortschreibung der Kreditlinie.

SMF-Tabelle

Deckungslücke 2027/2028

in Mio. Euro, nach SMF-Tabelle

in Mio. EURDHH 2025/2026
Ansatz 2026
Finanzplanung
2027
Finanzplanung
2028
Einnahmen25.177,825.332,525.535,3
Steuern, steuerinduzierte Einnahmen20.255,020.635,020.873,0
Zuweisungen Bund2.805,02.952,33.026,9
Zuweisungen EU509,4526,6524,7
Erstattungen Generationenfonds292,0380,0423,0
Besondere Finanzierungseinnahmen695,8210,934,6
darunter Entnahme HAR666,86,810,7
Sonstige Einnahmen620,6627,7653,1
Ausgaben25.426,126.694,327.041,9
Stellenplangebundene Personalausgaben5.451,05.585,15.727,2
darunter Globale Minderausgabe Personal-333,2-333,2-333,2
Versorgungsausgaben805,7882,5970,5
Gesetzliche Leistungen11.443,812.293,812.331,1
Bundesprogramme2.189,32.199,22.275,1
EU-Programme635,8673,8672,0
Lfd. Zuschüsse an Staatsbetriebe etc.1.564,91.601,41.638,3
Sonstige Ausgaben3.335,53.458,63.427,7
Deckungslücke248,31.361,81.506,7
Summe 2027/20282.868,5

Schuldenlast

Die Grafik verbindet die Zinsausgaben mit der Kreditmarktverschuldung. Dadurch wird sichtbar, dass steigende Schulden künftige Haushalte unmittelbar belasten.

05010015020025030001.0002.0003.0004.0005.0006.0007.0008.000190Ist2016174Ist2017159Ist2018124Ist201976Ist202077Ist202150Ist202241Ist202374Ist202497Ist2025170Soll2026217VA2027262VA2028SchuldenlastZinsausgaben in Mio. EURKreditmarktverschuldung in Mio. EUR

Skalen wie in der Vorlage: links 0–300 Mio. € Zinsausgaben, rechts 0–8.000 Mio. € Kreditmarktverschuldung.

Kredite in Millionen Euro

Die Fortschreibung zeigt, welche Dynamik eine jährliche Kreditaufnahme ab 2026 entfalten würde. Die gelbe Markierung kennzeichnet den im Konzept hervorgehobenen jährlichen Betrag.

05.00010.00015.00020.00025.00030.00035.00040.000ab 2026715.000.000,00 Euro/p.a.20102012201420162018202020222024202620282030203220342036203820402042204420462048205020522054205620582060206220642066

Skala wie in der Vorlage: 0 bis 40.000 Mio. €. Ab 2026 wird die Kreditlinie mit 715 Mio. € pro Jahr fortgeschrieben.

Daten nach den im Konzept verwendeten SMF-Grafiken, Februar 2026. Beträge gerundet.

Unsere Antwort

Sparen statt neue Schulden

Die Junge Union Sachsen hat ein umfassendes Einsparpapier erarbeitet. Wir wollen keine neuen Schulden, die die Zukunft Sachsens verbauen. Stattdessen setzen wir auf echte Strukturreformen, Effizienzsteigerung und die Konzentration auf die Kernaufgaben des Freistaats.

Weil die Richtung nicht egal ist.

Stefanie Franzl, Landesvorsitzende der Jungen Union Sachsen

Sachsen braucht jetzt eine klare Richtung. Neue Schulden auf Kosten unserer Kinder und Enkel sind keine Lösung – sie sind das Problem. Es ist höchste Zeit, dass wir endlich die richtigen Prioritäten setzen.

Stefanie Franzl

Landesvorsitzende Junge Union Sachsen

Warum neue Schulden für Sachsen ein ernstes Problem sind

Neue Schulden sind keine vorübergehende Lösung, sondern ein langfristiges Problem. Jeder neue Euro Schulden führt zu höheren Zinszahlungen, die dauerhaft aus dem Haushalt bezahlt werden müssen. Dadurch schrumpft der Gestaltungsspielraum des Freistaats massiv – Geld, das eigentlich für Schulen, Straßen, Polizei oder Digitalisierung fehlt.

Die aktuellen Zahlen des SMF zeigen: Ohne konsequente Einsparungen würde die Deckungslücke 2027/2028 auf über 2,9 Milliarden Euro anwachsen. Je höher die Schulden, desto weniger bleibt für echte Zukunftsinvestitionen. Hohe Zinslasten und strukturelle Defizite engen den Staat langfristig ein.

Generationengerechtigkeit

Heutige Ausgaben dürfen nicht auf Kosten kommender Generationen in Sachsen gehen.

Steigende Zinslast

Jeder Euro Zins fehlt später bei Schulen, Straßen und innerer Sicherheit.

Verlust an Handlungsfähigkeit

Hohe Schulden engen den zukünftigen Gestaltungsspielraum Sachsens massiv ein.

Strukturelles Problem

Sinkende Einnahmen und gleichzeitig steigende Ausgaben lassen sich nicht dauerhaft mit neuen Krediten lösen.

Unser Einsparpapier: Erhebliche Einsparpotenziale in Milliardenhöhe

Das Einsparpapier der Jungen Union Sachsen ordnet die Konsolidierungsvorschläge nach politischen Handlungsfeldern. Grundlage sind unter anderem Hinweise aus den Berichten des Sächsischen Rechnungshofs, die Haushaltslage des Freistaats und der Anspruch, die Kernaufgaben des Staates zu schützen.

Gesamt-Einsparpotenzial konservativ

1,8–3,8 Mrd. €

pro Jahr

Die Summe ergibt sich aus den bezifferten Einzelmaßnahmen des Papiers und enthält bereits eine Sicherheitsmarge von 25 Prozent. Stand der Berechnung: 24.02.2026.

Personal und Verwaltung

Der größte strukturelle Hebel liegt in einer schlankeren, besser organisierten Verwaltung. Sachsen braucht weniger Parallelstrukturen, realistischere Haushaltsansätze und eine konsequente Digitalisierung statt immer neuer Stellenforderungen.

  • Der globale Minderaufwand im Personalbereich soll vollständig ausgebaut werden. Das entspricht rund 4.000 Stellen und einem jährlichen Entlastungspotenzial von etwa 300 bis 500 Mio. Euro.
  • Ein landesweiter Personalpool soll freiwerdende Stellen bündeln und einen sozialverträglichen Abbau von langfristig rund 11.000 Stellen ermöglichen. Stellen, die länger als drei Jahre unbesetzt bleiben, sollen automatisch entfallen.
  • Sächliche Verwaltungsausgaben müssen realistischer veranschlagt werden. Hinzu kommen klare Mindestgrößen für Führungseinheiten, die Integration von Landesämtern in bestehende Strukturen und eine konsequente Zentralisierung von IT, Beschaffung, Fuhrpark, Fortbildung und Archivierung.
  • Homeoffice und moderne Arbeitsformen sollen nicht nur als Personalinstrument verstanden werden, sondern auch zu messbaren Flächeneinsparungen führen. Im Sozialministerium sollen die Stellenabbaupfade gezielt nachgeschärft werden.

Bildung und Wissenschaft

Einsparungen im Bildungsbereich dürfen nicht zulasten von Unterricht, Schulbau oder Qualität gehen. Entscheidend ist, Mittel auf Kernaufgaben zu konzentrieren und Strukturen zu prüfen, die keinen direkten Mehrwert für Schüler, Lehrkräfte und Hochschulen schaffen.

  • Mehrarbeitsvergütungen ohne erkennbaren Unterrichtsnutzen sollen gestrichen werden. Gleichzeitig sollen Klassenobergrenzen flexibler gehandhabt werden, ohne die Unterrichtsqualität zu verschlechtern.
  • Die Hochschulstruktur soll kritisch überprüft werden. Ziel ist eine Konzentration auf leistungsstarke Standorte und eine bessere Abstimmung von Angeboten, Forschungsschwerpunkten und Verwaltung.
  • Investitionen in Schulbau, Unterrichtsversorgung und Bildungsqualität bleiben geschützt. Konsolidierung bedeutet hier nicht weniger Bildung, sondern weniger Doppelstrukturen und klarere Prioritäten.

Zuwendungen und Kompetenzzentren

Förderprogramme, Projektstrukturen und Kompetenzzentren müssen konsequent nach Wirkung, Zuständigkeit und Notwendigkeit bewertet werden. Was doppelt läuft, keine Landesaufgabe ist oder keinen messbaren Nutzen bringt, gehört zurückgebaut.

  • Das Programm Weltoffenes Sachsen soll überarbeitet werden. Internationale Entwicklungszusammenarbeit, das Genderkompetenzzentrum Sachsen sowie mehrere fachliche Kompetenzzentren sollen gestrichen oder in bestehende Strukturen integriert werden.
  • ZEFAS Chemnitz, Digitalagentur Sachsen und weitere Sonderstrukturen sollen auf Aufgaben geprüft werden, die bereits von Bundesbehörden, bestehenden Landesstellen oder regulären Ressorts übernommen werden können.
  • Beiräte, Beauftragtenwesen und Repräsentationsveranstaltungen sollen deutlich reduziert werden. Aus Sicht der Jungen Union Sachsen braucht der Haushalt weniger symbolische Strukturen und mehr Konzentration auf Kernaufgaben.

Infrastruktur und Investitionen

Investitionen müssen schneller, gebündelter und zielgenauer umgesetzt werden. Nicht jedes Sondervermögen, jede Beteiligung und jede Projektstruktur rechtfertigt eigene Finanzierungskreisläufe neben dem Kernhaushalt.

  • Ausgabereste sollen konsequent abgebaut werden, damit veranschlagte Investitionsmittel tatsächlich wirken. Nicht-essenzielle Sondervermögen sollen in den Kernhaushalt zurückgeführt werden.
  • Die vier ÖPNV-Zweckverbände sollen zu einer leistungsfähigeren Struktur zusammengeführt werden. Nicht-hoheitliche Aufgaben der LISt GmbH können an private Ingenieurbüros ausgelagert werden.
  • Nicht-hoheitliche Betriebe und Beteiligungen, etwa Sachsenforst, Schloss Wackerbarth oder das Gestüt Moritzburg, sollen kritisch geprüft werden. Landeskrankenhäuser sollen stärker gebündelt werden, um Skaleneffekte und Qualität zu verbinden.
  • Der Generationenfonds bleibt geschützt. Konsolidierung darf nicht dadurch erkauft werden, dass Vorsorgevermögen aufgezehrt und Zukunftslasten verschoben werden.

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Nach der Wiedervereinigung hatte Sachsen eine der höchsten Verschuldungen unter den neuen Bundesländern. Durch konsequente Haushaltskonsolidierung und gezielte Entschuldungsprogramme konnte der Freistaat die Schulden massiv abbauen.

Heute zählt Sachsen zu den finanzpolitisch solidesten Ländern in Ostdeutschland. Dieser Erfolg zeigt: Entschlossenes Sparen und Strukturreformen funktionieren – und sie schaffen langfristig Spielraum für echte Investitionen in Bildung, Infrastruktur und innere Sicherheit.

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